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Deutschstunde | Freitag, 21. April 2006


Autor: Siegfried Lenz
ISBN: 3423134119

Ein deutsches Phänomen macht Siegfried Lenz zum Thema seines 1968 erschienenen Romans Deutschstunde, seinem erfolgreichsten Werk. Er erteilt eine modellhafte Lektion über die fatalen Folgen unreflektierten Pflichtbewusstseins. Blindes Mitläufertum wird als als gefährliche Schein-Tugend blo?gestellt.
Inhalt: In den 1950er Jahren soll der inhaftierte Ich-Erzähler Siggi Jepsen einen Aufsatz verfassen: Über die Freuden der Pflicht. Zwangsläufig kommt ihm sein Vater Jens Ole Jepsen in den Sinn, der in der NS-Zeit pflichtbeflissen Dienst als Polizeiposten im fiktiven Dörfchen Rugbüll tat. Von der Flut der Erinnerungen überwältigt, findet Siggi keinen Anfang. Als Folge des letztlich leeren Heftes muss Siggi wegen Aufsässigkeit eine Einzelhaft verbüßen.
Unter verschärften Bedingungen schreibt er nun wie besessen seine Geschichte: Sie beginnt im Jahr 1943, als der Vater "von oberster Stelle beauftragt" ein verhängtes Malverbot gegen den Künstler Max Ludwig Nansen zu überwachen hat. Ein Auftrag, den der Ordnungshüter zunächst zögerlich, dann umso strenger und unbarmherziger erfüllt: "Befehl ist Befehl". Auf die erhoffte Mithilfe des Sprösslings kann er nicht zählen, jener entfernt sich vielmehr, wird zum Verbündeten des Malers, warnt diesen und versteckt seine Bilder vor dem Zugriff des uniformierten Vaters. Der Pflicht-Mechanismus des Polizisten nimmt geradezu paranoide Züge an: Das NS-Regime ist am Ende, das Malverbot längst außer Kraft, doch der Vater hört nicht auf, Nansen zu verfolgen. Ebenso zwanghaft hört auch der Sohn nicht auf, den Künstler vor dem Vater zu schützen. Er stiehlt schließlich Nansens Gemälde und muss ins Gefängnis. Nach Abgabe der Strafarbeit ist sich Siggi sicher, die Strafe stellvertretend für den Vater abgesessen zu haben.
[ Quelle: R. M. / www.amazon.de ]

Sch?ne neue Welt | Freitag, 21. April 2006


Autor: Aldous Huxley
ISBN: 3596200261

Aldous Huxleys Hauptwerk gehört neben Fahrenheit 451 (1953) von Ray R Bradbury sowie Farm der Tiere (1945) und 1984 (1949) von George R Orwell zu den großen fortschritts- und gesellschaftskritischen Werken des 20. Jahrhunderts. In der Anti-Utopie Schöne neue Welt malt Huxley eindringlich desillusionierende Bilder einer künftigen automatisierten, aller natürlichen Impulse beraubten Welt.
Inhalt: Schöne neue Welt spielt im Jahr 632 "nach Ford", nach unserer Zeit im 26. Jahrhundert. Als Jahr Null hat man das Jahr herangezogen, in dem Henry Ford mit der Herstellung des ersten Ford-T-Modells, einem Meilenstein der industriellen Massenproduktion, begann. Die Maxime des Staatsgebildes, in dem an die Stelle Gottes und der Religion die Idee von Massenproduktion und -konsum getreten ist, lautet "Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit". Babys werden nicht mehr ausgetragen, sondern in "Brut- und Normzentralen" in Flaschen "gezüchtet". Die Gleichförmigkeit des Menschen wird mittels genetischer Manipulationen vervielfältigt. Nach der "Entkorkung", der Geburt der Kinder, werden die Kinder "genormt". Die Einteilung der Menschen erfolgt in fünf Kasten; zu diesem Zweck werden den Kindern im Schlaf "Weisheiten" eingetrichtert. Hierdurch ist es möglich, "das Problem des Glücks" zu lösen, "das Problem, wie man Menschen dahin bringt, ihr Sklaventum zu lieben". Das angestrebte universelle Glück ist nur durch Kontrolle von destabilisierenden Faktoren erreichbar. Für die Flucht aus Momenten des persönlichen Ungleichgewichts steht die Droge "Soma" zur Verfügung.
Dieser programmierten Welt stehen drei Außenseiter gegenüber: der wilde John Savage, der aus dem Indianerreservat Malpais kommt, sowie Bernard Marx (dt. Sigmund Marx) und Helmholtz Watson (dt. Helmholtz Holmes Watson). Ein "Fabrikationsfehler" bei Bernard zieht nach sich, dass er dem Idealbild der ihm zugedachten Kaste nicht entspricht und anachronistische Liebesgefühle für Lenina Crowne entwickelt. Helmholtz bildet aufgrund seiner geistigen Überlegenheit eine nicht staatskonforme Individualität aus. Savage und Helmholtz versuchen einen Aufstand anzuzetteln, doch sie scheitern: Helmholtz und Bernard müssen ins Exil, Savage bleibt schließlich allein der Selbstmord als Ausweg.
[ Quelle: www.amazon.de ]

1984 | Freitag, 21. April 2006


Autor: George Orwell
ISBN: 3548234100

BIG BROTHER IS WATCHING YOU

Mit seiner Anti-Utopie 1984 zeichnet George Orwell mit analytischer Schärfe das Schreckensbild eines totalitären Überwachungs-Staates. Orwell bringt in dem Werk, das zu den Klassikern der modernen Weltliteratur zählt, soziale und politische Gefahren globalen Ausmaßes als Zeitkritik wirkungsvoll zum Ausdruck.
Inhalt: Der Zukunftsroman 1984 beschreibt einen totalitären Staat, in dem die Menschenrechte rigoros eingeschränkt werden. Die Welt beherrschen drei Supermächte: Ozeanien, Eurasien und Ostasien, die permanent Krieg um ein paar nicht fest zugeteilte Gebiete führen. Auf britischem Boden hält die Elite des Staates die Bevölkerung in ständiger Angst. An der Spitze dieses totalitären Staats-Systems steht ein fiktiver Führer, der "Große Bruder".
Der Staat besteht aus einer dreischichtigen Gesellschaft, der Inneren und der äußeren Partei, sowie der Masse der Proles. Für die Aufrechterhaltung der Macht sind vier Ministerien verantwortlich. Ein Kontrollmedium stellen die sog. Televisioren dar, Fernseher mit eingebauter Kamera, die nicht abgeschaltet werden können. Hiermit wird einerseits Parteipropaganda, andererseits eine totale Überwachung ermöglicht.
Die Umgangssprache im gesamten Staat ist Englisch, diese soll aber zunehmend durch eine Neusprache, "Neusprech", eine Erfindung der regierenden Partei, ersetzt werden. Diese neue "bereinigte" Sprache hat den Zweck, Wörter, die der Partei schaden könnten, wie z. B. Freiheit oder Gleichheit, zu eliminieren und somit die Bürger des Staats leichter lenkbar zu machen.
Winston Smith, die Hauptperson, ist in London damit beschäftigt, im Wahrheitsministerium Zeitungsberichte zu fälschen, um so falsche Prognosen der Partei zu korrigieren oder von der Partei aus politischen Gründen getötete Personen aus der Geschichte zu streichen. Obwohl Smith für die Partei arbeitet, ist er in seinem Inneren ein Gegner des Systems und versucht mit der legendären Brüderschaft, einer Untergrundbewegung in Verbindung zu treten.
Eines Tages verliebt sich Smith in Julia, ebenfalls ein Mitglied der äußeren Partei. Da laut Parteistatut jedoch Sexualität nur zur Fortpflanzung dient, beginnt ein ständiges Versteckspiel. Durch einen Mittelsmann, O'Brien, meint Smith in Kontakt mit der Brüderschaft treten zu können. Dieser verrät ihn jedoch an die Partei, was zur Verhaftung der Liebenden führt. Smith wird nun mit den grausamen Mitteln und Methoden der Partei in seinem Innersten zerstört und einer erbarmungslosen Gehirnmanipulation sowie Umstrukturierung unterzogen. Er wird ein leeres Gefäß, das mit der Liebe zum "Großen Bruder" aufgefüllt wird. Nach der Umschulung der einstmals Liebenden empfinden sie nun nichts mehr füreinander.
[ Quelle: www.amazon.de ]

Faust. Der Trag?die erster und zweiter Teil | Freitag, 21. April 2006


Autor: Johann W. von Goethe
ISBN: 3406312349

Nein, an Faust kommt jemand, der sich für Literatur interessiert, nicht vorbei. Ja, und selbst derjenige, der meint, in unserer Zeit habe man nichts mehr mit Goethes Werk zu tun, sei eines besseren belehrt: Längst sind Zitate aus dem unstrittig berühmtesten Drama aus deutscher Dichterhand in alltägliche Redewendungen übergegangen. Irgend etwas aus Faust trägt jeder einmal - bewußt oder unbewußt - auf den Lippen.
Goethe hat es verstanden, aus der alten Geschichte vom Doktor Faustus, der nach unbedingter Erkenntnis strebt, ein Drama zu machen, das in seiner inhaltlichen und sprachlichen Vielfalt sämtliche Vorgänger in den Schatten stellt. Seine Faust-Gestalt - und mit ihr das faustische Streben - stehen für das Streben des Menschen überhaupt.
Inhalt: Zu Beginn des Dramas wettet Mephisto mit Gott um die Seele von Faust. Mit Verlockungen und Verwirrungen versucht der Widersacher sein Opfer zu verführen. Nichts scheint ihm unmöglich. Auch das unschuldige Gretchen, in das sich Faust verliebt, scheint er in seiner Gewalt zu haben. Als sie ihre Mutter umbringt, um sich ein Stelldichein mit Faust zu erschleichen, nimmt die Tragödie ihren Lauf...
Und doch zeigt sich - trotz allen Leides, welches der Teufel anrichtet - über die wahre, unschuldige Liebe kann er nicht triumphieren. Mephisto bleibt ein Zyniker vor dem Herrn, ein destruktives Element, ein armer Teufel.
Nicht zuletzt auch Sprache und Form der Tragödie sind eine wahre Meisterleistung: Kaum ein anderes Werk besitzt solch eine Vielzahl an metrischen Formen, die exakt auf die jeweiligen Personen und die Dichte der Atmosphäre abgestimmt sind. Die Einmaligkeit von Faust wird erst durch mehrmaliges Lesen deutlich. Dafür sollte man sich Zeit lassen.
[ Quelle: Anne Hauschild / www.amazon.de ]

Die illustrierte Kurze Geschichte der Zeit | Freitag, 21. April 2006


Autor: Stephen W. Hawking
ISBN: 3499619687

Ist das Universum unendlich oder begrenzt oder endlich und unbegrenzt? Hat die Raumzeit einen Anfang, den Urknall? Wird ihre heutige Expansionsbewegung einmal zum Stillstand kommen, so daß sie wieder in sich zusammenstürzt? Liefe die Zeit dann rückwärts? Welchen Platz im Kosmos nehmen wir ein? Und ist in den atemberaubenden Modellen der Astronomen Gott endgültig von seinem Thron verbannt? Stephen Hawking gibt einen gut verst?ndlichen Einblick in seine komplexen Theorien über Ursprung und Schicksal des Universums.
[ Quelle: www.amazon.de ]

Das Universum in der Nussschale | Freitag, 21. April 2006


Autor: Stephen W. Hawking
ISBN: 3423340894

Jeder 750. Erdenbürger, so die Statistik, kaufte sich "Eine kurze Geschichte der Zeit", den legendären Bestseller von Stephen Hawking. Mehr als zehn Jahre hat der Autor den Bitten standgehalten, ein weiteres populärwissenschaftliches Buch zu schreiben, in dem er den neuesten Stand der Forschung auch dem Laien verständlich macht. Jetzt ist es da, und anders als sein Vorgänger erscheint es gleich in einer großformatigen illustrierten Ausgabe, was sowohl Verständnis als auch Lesevergnügen fördert.
Das Universum in der Nußschale ist kein Nachfolgewerk, kein zweiter Teil, und es orientiert sich nicht einmal am logischen Aufbau des erfolgreichen Erstlingswerks. Hawking beginnt in den ersten beiden Kapiteln mit den Grundlagen, und in seiner Forschungsdisziplin heißt das: Relativitätstheorie und Quantentheorie. Die folgenden vier Kapitel bauen nicht logisch aufeinander auf, sondern behandeln jeweils eigene Aspekte: Wie haben wir uns unser Universum in Größe, Ausdehnung und Geschichte vorzustellen? (Danach werden Sie auch die gern zitierte Quintessenz verstehen, dass die Geschichte unseres Universums einer kleinen, abgeflachten runden Nuss entspricht). Sind Zeitreisen möglich? Wird unser Leben in der Zukunft so aussehen wie in einer Star-Trek-Folge? Und das (zugegeben sehr anspruchsvolle) Schlusskapitel: Was ist eine "Branwelt"?
Bei aller Fundiertheit und Glaubwürdigkeit schafft es Hawking, einen eigenen Stil zu bewahren. Und einen ganz eigenen Witz. Da plaudert er von seinem Poker-Spiel mit Newton, Einstein und Data an Bord der Enterprise (belegt mit einem Foto!). Oder er erlaubt sich als abschließenden Satz zum Thema "Sind Zeitreisen physikalisch möglich?" einen Hinweis auf gängige Verschwörungstheorien: "Womöglich fragen Sie sich, ob dieses Kapitel nicht zum großen staatlichen Vertuschungsmanöver in Sachen Zeitreisen gehört. Vielleicht haben Sie recht."
Neben dem sprachlichen Stil lebt das Buch von der opulenten Illustrierung, die von einfachen Diagrammen bis zur gewagten freien Interpretation des Textes reicht: Mir persönlich helfen kleine grüne Männchen am Seitenrand nicht beim Verständnis, aber lustig sind sie doch. Zur soliden Aufmachung gehört ein Anhang mit einem umfangreichen Glossar (von "Absoluter Nullpunkt" über "Spins" und "Strings" bis zur "Zeitschleife"), Empfehlungen zum Weiterlesen und einem Register.
Was das nun alles mit einer Nuss-Schale zu tun hat? Vielleicht ist das auch ein Hinweis darauf, dass sich das Verständnis dieses Buches nicht ganz ohne ein wenig Arbeit erschließt. Aber es lohnt sich. Benutzen Sie Ihren Geist als Nussknacker!
[ Quelle: Heike Reher / www.amazon.de ]

Mein Leben | Freitag, 21. April 2006


Autor: Marcel Reich-Ranicki
ISBN: 3423130563

Lange Zeit hatte Marcel Reich-Ranicki die Niederschrift seiner Autobiografie vor sich hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen.
Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik.
Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches - z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. - etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Portrait Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und - natürlich - zur Literatur.
Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert - doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität."
[ Quelle: Alexander Simon / www.amazon.de ]
Fermats letzter Satz | Freitag, 21. April 2006


Autor: Simon Singh
ISBN: 342333052X

Als Andrew Wiles von der Princeton University 1993 eine Lösung für Fermats letzten Satz verkündete, elektrisierte er die mathematische Welt. Nachdem ein Fehler in der Lösung gefunden wurde, mußte Wiles ein weiteres Jahr daran arbeiten - er hatte bereits sieben Jahre lang in Abgeschiedenheit gearbeitet - um nachweisen zu können, daß er die 350 Jahre alte Aufgabe gelöst hatte. Simon Singhs Buch ist eine lebendige, verständliche Erklärung der Arbeit Wiles' und der star-, trauma- und narrenbestückten Geschichte von Fermats letztem Satz. Fermats letzter Satz beinhaltet einige Aufgaben, die eine Kostprobe der Mathematik geben; es beinhaltet aber auch Limericks, die einem ein Gefühl für die alberne Seite von Mathematikern geben.
[ Quelle: www.amazon.de ]

Geheime Botschaften | Freitag, 21. April 2006


Autor: Simon Singh
ISBN: 3423330716

Der Mensch liebt Geheimnisse, und seit dem allerersten Wort, das je niedergeschrieben wurde, haben sich die Menschen gegenseitig verschlüsselte Botschaften geschrieben. In Geheime Botschaften bietet Simon Singh, Autor des Bestsellers Fermats letzter Satz, einen Blick in die Welt der Kryptographie und der Kodes, von altertümlichen Texten bis hin zum Chiffrieren per Computer. Singhs bezwingende Geschichte ist verwoben mit Beispielen für die wichtige Rolle, die Kodes und Chiffren in der Kriegsführung, in der Politik und in k?niglichen Intrigen gespielt haben. Hauptthema von Geheime Botschaften ist das, was Singh "den fortwährenden evolutionären Kampf zwischen Codemacher und Codeknacker" nennt, der niemals so deutlich war, wie im Zweiten Weltkrieg, dem hier mehrere Kapitel gewidmet sind. Während dieses Konflikts, als die geheime Kommunikation entscheidend für den Erfolg beider Seiten wurde, wurde die Kryptologie "volljährig". Mit der Aussicht einer Niederlage konfrontiert, arbeiteten alliierte Kryptologen Tag und Nacht, um die deutschen Kodes zu brechen. Offenbar war Angst die wesentliche treibende Kraft und Notzeiten eine der Grundlagen erfolgreichen Kodebrechens.
Im Informationszeitalter ist die Angst, die kryptographische Verbesserungen antreibt, kapitalistischer wie auch liberalistischer Natur. Unternehmen benötigen das Chiffrieren, um sicherzustellen, dass ihre Geheimnisse nicht in die H?nde der Konkurrenz und der Regulierungsbehörden fallen, und gewöhnliche Leute brauchen es, um in einer freien Gesellschaft ihre alltägliche Kommunikation privat zu halten. Umgekehrt kommt der Kampf um größere Dechiffriergewalt vonseiten der besagten Konkurrenten und der Regierungen, die auf der Hut vor Aufständen sind. Geheime Botschaften ist eine hervorragendes Buch für alle, die verstehen wollen, wie sich das Bedürfnis nach Privatsphäre durch die Kryptographie manifestiert hat. Singhs zugänglicher Stil und verständliche Erläuterungen von komplexen Algorithmen umgehen die obskuren mathematischen Details, ohne zu sehr zu vereinfachen.
[ Quelle: Therese Littleton / www.amazon.de ]

Der Herr der Ringe | Freitag, 21. April 2006


Autor: John Ronald Reuel Tolkien
ISBN: 3608935444

"Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn."


Mit seiner Romantrilogie Der Herr der Ringe begründete J. R. R. Tolkien die Gattung Fantasy-Literatur mit, da es ihm gelang, ein in sich geschlossenes fiktives Weltbild überzeugend darzustellen. Das spannend erzählte Werk verkaufte sich allein in Deutschland fünf Millionen Mal, weltweit wurden 50 Millionen Exemplare der Trilogie verkauft.
Entstehung: Nach dem Verkaufserfolg des Romans Der Kleine Hobbit (1937), zunächst eine Erzählung für seine Kinder ohne Absicht der Veröffentlichung, drängte der Verlag Allen & Unwin Tolkien zu einer Fortsetzung der Abenteuer in der mythischen Welt Mittelerde.
Insgesamt zwölf Jahre arbeitete Tolkien in seiner Freizeit an dem Manuskript, weitere fünf Jahre vergingen wegen notwendiger überarbeitungen am Manuskript bis zum Erscheinen 1954 bzw. 1955.
Inhalt: Im dritten Zeitalter spielt die Geschichte um die Vorherrschaft in Mittelerde und den Kampf um den Besitz eines mächtigen Rings und seiner Vernichtung. In grauer Vorzeit vom finsteren Herrscher Sauron geschmiedet, verleiht er dem Träger große Macht. Der wieder erstarkte Sauron braucht den Ring, um ganz Mittelerde unterwerfen zu können. Lange Zeit verschollen, ist der Ring im Auenland wiederaufgetaucht.
Bilbo Beutlin gibt ihn dort an seinen Neffen Frodo weiter. Beide sind Hobbits, menschenähnliche Wesen, jedoch kleiner als Zwerge. Der Ringträger Frodo wird vom Rat der Bewohner Mittelerdes dazu ausersehen, den Ring ins Land des Feindes, Mordor, zu bringen, um ihn dort zu vernichten. Begleitet wird er von acht Gefährten mit Vertretern der Völker Mittelerdes. Die Ringgemeinschaft wird jedoch vom Feind getrennt; jeder beteiligt sich nun auf seine Art am Kampf gegen die Heerscharen Saurons. Letztlich siegreich sind die Völker Mittelerdes erst, als es Frodo mit seinem Freund Sam schließlich gelingt, den Ring im Berg des Feuers zu vernichten: Saurons Macht ist damit gebrochen und das dritte Zeitalter beendet. Der König der Menschen tritt letztendlich seine rechtmäßige Herrschaft an; die Hobbits kehren ins Auenland zurück, die unsterblichen Elben verlassen den Kontinent Mittelerde und segeln zu den Ewigen Landen im Westen - begleitet von Bilbo und Frodo.
Wegen seiner vermeintlichen Trivialität umstritten war Der Herr der Ringe jedoch in Teilen der Literaturkritik. Zweimal wurde der Stoff verfilmt: 1978 vom Zeichentrickfilmer Ralph Bakshi, 2001 feierte der erste Teil der aufwändigen und überaus erfolgreichen Verfilmung von Peter Jackson Premiere.
[ Quelle: P. Z. / www.amazon.de ]

Simplify your life | Freitag, 21. April 2006


Autor: Werner Küstenmacher, Lothar J. Seiwert, Tiki Küstenmacher
ISBN: 3593374412

Wer würde nicht gerne sein Leben einfacher und überschaubarer gestalten? Die Welt ist schlie?lich komplex genug. Simplify your life hält, was der Titel verspricht: Werner Tiki Küstenmacher und Zeitmanagement-Guru Lothar Seiwert haben eine Fälle von konkreten Tipps parat und verzichten dabei auf Platitüden. Alles ist sofort umsetzbar, bis hin zu den Tipps zum Umgang mit der Informationsflut. Die Botschaft: Unordentlich zu sein, ist kein Schicksal, sondern vergleichbar mit einer leichten Sucht. Wer sich ändern möchte, kann es schaffen.
Aufgebaut ist das Buch nach dem Schema einer "Lebenspyramide": Erste Aufgabe und damit quasi der Sockel der Pyramide ist, seinen Arbeitsplatz zu entwirren und seine Umgebung zu entrümpeln. Küstenmacher begleitet seine Leser buchstäblich durch jeden Raum der Wohnung. Sein Rezept: Vieles, was man besitzt, benutzt man längst nicht mehr und braucht man auch nicht; es ist Ballast, der einen buchstäblich belastet. Weniger Sachen bedeuten mehr Geld und mehr Wahlfreiheit. Also wird aussortiert, wenn nötig radikal.
Der nächste Schritt sind die Finanzen. Hat man sich erfolgreich entschuldet, vom Lotto-Traum verabschiedet und den "inneren Kontostand" auf einen positiven Wert gesetzt, heißt es, in seinem Leben eine Zeitschneise frei zu schlagen. "Entperfektionieren" lautet die Devise. Da der Druck oft genug von außen kommt, liefert der Autor gleich "Sieben Wege, das Nein beziehungsorientiert zu verkaufen" mit. Nicht leugnen lässt sich, dass auch Beziehungen und Partnerschaft das Leben deutlich komplizierter machen. Küstenmacher leitet dazu an, seine Familienbande zu entwirren, Gespräche zu entdramatisieren und das Verhältnis von Beruf und Privatleben zu entkrampfen. Wie ausführlich die Ratschläge sind, zeigt sich an einzelnen Skurrilitäten wie der Simplify-Idee Nr. 22: "Entkrampfen Sie Ihre Beerdigung." Der wirklich gut organisierte Mensch macht sogar seinen Nachkommen das Leben leichter.
Von den einzelnen Bereichen geht es zum großen Ganzen: Die Spitze der Pyramide bilden Tipps, wie man sich selbst vereinfacht, indem man sein Lebensziel entdeckt, seine Stärken entwickelt und sich selbst enträtselt. Denn eine chaotische Wohnung, anstrengende Beziehungen und ein Konto, das ständig in den Miesen ist, sind nicht selten Ausdruck einer Persönlichkeit, die nicht im inneren Einklang ist.
[ Quelle: Sylvia Englert / www.amazon.de ]

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod | Freitag, 21. April 2006


Autor: Bastian Sick
ISBN: 3462034480 / 3462036068 / 3462037420

Die deutsche Sprache liegt uns offensichtlich fast allen am Herzen, wie man an der ebenso endlosen wie hitzigen Debatte über die Rechtschreibreform erkennen kann. Einerseits. Andererseits ist leider ein oft unbedachter und liebloser Umgang mit ihr zu beklagen. Die Sprache kann sich ja nicht wehren, nicht einmal gegen schlimmste Vergewaltigungen - man denke nur an den brutalstmöglichen Sprachschrott unserer Politiker. So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, wobei er letzteren vor allem in tabellarischen Zusammenfassungen am Ende seiner Kolumnen auslebt. Dabei ist das doch wohl der Idealfall eines Sachbuchs: wo man lachen und schmunzeln und gleichzeitig jede Menge lernen kann. Zum Beispiel, wo das Eszett seinen Namen herhat und warum die Deutschen als einzige diesen wunderlichen Buchstaben benutzen. Oder wie man eingebürgerte Fremdwörter konjugiert - warum es zwar "ich recycle" heißt, aber nicht "du recyclest". Und auf die verzwickte Frage, ob "gedownloadet" oder "downgeloadet" richtig ist - wer hätte sich das noch nie überlegt -, weiß Sick die verblüffend einfache Antwort: "Weder noch, es heißt 'heruntergeladen'". Und wieso der Zwiebelfisch ausgerechnet Zwiebelfisch heißt, erfährt man naturgemäß auch. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet 47-mal charmante Aha- und Haha-Erlebnisse und ist jedem Sprach-User heißestens zu empfehlen.
[ Quelle: Christian Stahl / www.amazon.de ]